Leseprobe

Rowantya

Das Erbe des Medon


Kapitel 1


Es war helllichter Tag, die Sonne schien und doch lag die Gasse, die Barry McGindly durchstreifte, in Dunkelheit.

     „Pah, für die Schule lernen ist doch voll langweilig!“, beschwerte er sich und dachte an sein neues Zuhause zurück. Sein Vater, der ihn dauernd zurechtwies. Seine Mutter, die eigentlich kaum zuhause war. Und zur Familie gehörte noch eine kleinere Schwester, die mehr Aufmerksamkeit bekam als er in seinem ganzen bisherigen Leben.

     Nach einigen Metern bog er in die helle Hauptstraße, die ihn an vielen kleinen Geschäften vorbeiführte. Mal ein Lebensmittelgeschäft, mal ein Dekoladen und vieles mehr. Auf der Straße herrschte reger Verkehr und doch waren es keine normalen Autos, sondern Flugautos, die wie Flugzeuge agierten. Die Fußgängerwege waren trotz des schönen Wetters nur mäßig gefüllt. Verständlich, die meisten verbrachten wohl die Zeit im Park.

      An einem Nachrichtenstudio blieb er vor dem Schaufenster stehen und sah sich dort durch eine Projektion die aktuellen Nachrichten an. Im oberen Winkel der Projektion stand eindeutig das Datum: ‚12. Dezember 4009‘. Der Projektionssprecher ließ verlauten, dass die Zahl der Arbeitslosen rasant gesunken war und es dem Land besser ging als jemals zuvor. Er betrachtete sich in der Glasscheibe. Ein zehnjähriger Junge mit braunem Haar und braunen Augen, der ein T-Shirt und eine kurze Hose aus Seide trug. Seine flachen Schuhe leuchteten rot.

     Danach wendete Barry sich desinteressiert ab und ging weiter. Ab und zu schoss er einen kleinen Stein vor sich her, um sich die Zeit zu vertreiben.

     Ein wenig später blieb Barry dann an seinem alten Waisenhaus mit seinen schwarzen Fensterrahmen stehen. Einige Kinder spielten auf dem Gelände, doch er ging zielstrebig zur Haustür und klingelte. Es dauerte kurz, aber dann öffnete eine Angestellte die Tür.

     „Barry“, sprach sie verwundert. „Was machst du denn hier? Weiß Herr Absch, dass Du hier bist?“

     „Hallo Frau Con. Nein, mein Vater weiß nicht Bescheid. Ist mir auch egal! Er ist nicht mein Vater. Ich habe hier doch immer noch Freunde und wollte zum Spielen vorbeikommen.“

     Frau Con atmete schwer. „Net und Hili sind gerade im Spielzimmer.“

     „Ok“, nickte Barry und lief an ihr vorbei, um seine Schuhe zu blauen Hausschuhen zu wechseln und dann geradewegs zu seinen Freunden zu laufen.

     Nach einem kleinen Sprint kam Barry auch schon am Spielzimmer an. „Net, Hili“, rief er. „Ich bin wieder da!“

     Net und Hili waren gerade dabei ein Kinderbuch zu lesen, als sie dann ihre Köpfe anhoben und in seine Richtung sahen. „Barry!“, riefen sie gleichzeitig und sprangen auf, um auf ihn zuzulaufen.

     „Barry! Na endlich, wo warst du so lange?“, fragte Net.

     „Bin ich froh, dass du wieder da bist.“, ließ Hili erklingen. Net war ein neunjähriger Junge mit schwarzen Haaren und blauen Augen. Er hatte ein Seidenhemd und eine lange Hose an. Hili hingegen war ein achtjähriges Mädchen, welches rote Haare und grüne Augen hatte. Sie trug ein gelbes Seidenkleid.

     Die drei umarmten sich, Nets Frage blieb unbeantwortet und sie wendeten sich dann gemeinsam wieder dem Kinderbuch zu.

     Währenddessen ging Frau Con sofort in das Büro der zuständigen Sozialarbeiterin Prika Storf. Sie klopfte an und hörte ein paar Sekunden später ein „Herein“ durch die Tür.

     Sie öffnete die Tür und trat in den Raum, bevor sie die Tür hinter sich schloss. Frau Storf war eine recht große Frau, die Heels anhatte. Das Büro wirkte klein und war eigentlich mit zwei Personen schon überfüllt.

     „Frau Storf. Der kleine Barry McGindly hat wieder hergefunden“, berichtete Frau Con.

     Frau Storf seufzte genervt. „Schon wieder? Dieser Junge bringt mich noch um den Verstand. Wo ist er jetzt?“

     „Er ist bei seinen Freunden Net und Hili.“

     Frau Storf nickte. „Dort ist er vorübergehend gut aufgehoben. Ich werde den Vater anrufen. Der sucht ihn bestimmt schon überall. – Danke, Sie können wieder an Ihre Arbeit gehen.“

     Frau Con nickte und verließ das Büro. Frau Storf sah in ihrem Tabletcomputer nach der Nummer und rief dann den Adoptivvater von Barry an.

 

„Barry! Barry, wo zum Teufel steckst du schon wieder?“, rief nun schon der fünfzehnte Adoptivvater von Barry McGindly durch die Straßen. Dieser war knapp eins achtzig Meter groß, hatte rote kurze Haare und grüne Augen.        

     Sichtlich genervt suchte dieser nun schon seit Stunden nach seinem Adoptivsohn. „Wenn ich den erwische!“, ärgerte sich Calder Absch, als das Klingeln seines Handys seine Suche unterbrach. „Nanu, die Sozialarbeiterin. Was will die denn jetzt?“, wunderte er sich und hob ab. „Absch“, meldete er sich und lauschte der Stimme.

     „Storf, hallo Herr Absch.“

     „Ah, Frau Storf, was verschafft mir die Ehre?“

     „Suchen Sie zufällig Ihren Sohn Barry?“

     „Äh, ja, leider. Wissen Sie, ich war allein zuhause mit den Kindern. Meine Frau war noch arbeiten. Er sollte seine Hausaufgaben in seinem Zimmer erledigen und Sie wissen ja, dass ich noch eine jüngere Tochter habe. Ich wollte kurz nach dieser sehen, da … ist er wohl aus dem Fenster geklettert. – Wieso? Haben Sie ihn gesehen?“ Anscheinend war es ihm peinlich, dass Frau Storf den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

     „Kann man so sagen. Barry ist vor ein paar Minuten hier im Waisenhaus aufgetaucht und spielt mit den anderen Kindern.“

     „Gott sei Dank! Ich habe schon überall nach ihm gesucht. …“ Ein Seufzen war am anderen Ende der Leitung zu hören.

     „Dieser Junge bringt mich noch zur Verzweiflung. Aber ich hatte Ihnen ja gesagt, dass er sehr schwierig ist. Es tut mir wirklich leid, dass Sie solche Probleme mit ihm haben.“

     „Hauptsache ist, dass es Barry gutgeht. Ich dachte schon an Schlimmeres! Aber gut Frau Storf, ich werde dann zum Waisenhaus kommen, bis gleich.“

     „Verstanden, bis gleich, Herr Absch.“ Es wurde aufgelegt.

     „Dieser Junge …“, seufzte Absch und machte sich auf den Weg nach Hause. Zum Waisenhaus würde es zu Fuß viel zu lange dauern, daher entschied er sich seinen Wagen zu nehmen.

 

Nach einer halben Stunde kam Herr Absch am Waisenhaus an. Er parkte den Wagen und ging auf das Waisenhaus zu. Die Kinder spielten immer noch auf dem Gelände, doch auch Absch störte sich nicht daran. Er ging zur Haustür und klingelte.

     Es dauerte einen Moment, bis Frau Con die Tür öffnete.

     „Ah, Herr Absch, Sie sind es. Schön Sie zu sehen. Frau Storf wartet schon auf Sie.“

     Herr Absch nickte. „Danke, Frau Con.“

     Frau Con ließ Herrn Absch rein und dieser ging sofort zum Büro der Sozialarbeiterin. Dort klopfte er an.

     „Herein!“, hörte er und betrat den Raum. Barry saß schon auf dem Besucherstuhl vor Frau Storf am Schreibtisch. Herr Absch ging erleichtert auf Barry zu und ging vor diesem in die Hocke.

     „Barry, da bist du ja! Wieso bist du weggelaufen? Ich habe mir so wahnsinnige Sorgen gemacht und deine Mutter auch.“

     Barry verdrehte die Augen, seufzte und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Ich mag dich und deine Familie eben nicht!“ Er sprach dann zu Frau Storf. „Ich will nicht wieder zurück! Ich will einfach nur hier bei meinen Freunden bleiben.“

     „Das geht nicht, Barry. Darüber haben wir doch gerade gesprochen. Der Mann hier hat dich bei sich aufgenommen und möchte, dass du ein Teil seiner Familie wirst. Du musst mit ihm zurückfliegen und auch brav dortbleiben.“

     Barry drehte sich beleidigt weg. „Ich bin zehn! Sie reden mit mir als wäre ich fünf!“

     Herr Absch griff dann wieder ein. „Barry … Bitte. Deine Mutter und ich haben uns wirklich Sorgen gemacht. Was soll ich denn deiner Mutter und deiner neu gewonnenen Schwester sagen, wenn ich ohne dich nach Hause komme?“

     Barry ließ sich weiterhin nicht beruhigen. „Mir egal! Ich will nicht zurück!“

     Frau Storf strich sich nun genervt über die Stirn. „Herr Absch, nehmen Sie den Jungen mit und passen Sie besser auf ihn auf, sonst muss ich Ihnen ihn leider wegnehmen.“

     Herr Absch nickte und nahm Barry am Arm. „Natürlich. Keine Sorge, er wird nicht wieder abhandenkommen. Es tut mir wirklich leid.“

     Frau Storf winkte ab. „Schon gut, passen Sie einfach besser auf ihn auf.“

     Herr Absch zog Barry nun vom Stuhl und aus dem Raum. Barry versuchte sich, aus dem klammernden Griff zu lösen, schaffte es jedoch nicht. „Nein! Ich will nicht zurück! Niemals!“

     Mit einem Mal schien sich in Barrys Körper etwas aufzuladen, denn man hörte ein elektrisches Knistern, und Herr Absch blieb überrascht stehen, entließ Barry aber nicht aus dem festen Griff.

     „Was ist das?“, wunderte sich Absch. Barry hingegen, versuchte sich immer weiter zu wehren, jedoch ohne Erfolg.

     Doch plötzlich und ohne Vorwarnung schrie Barry auf und es entlud sich eine rote Energiewelle. Diese Welle verstummte erst am Rande der Stadt und legte den gesamten Strom lahm, bevor in einigen Einrichtungen der Notstrom ansprang.

     „Was hast du gemacht, Barry?“, zischte Absch zu seinem Adoptivsohn und zog ihn weiter nach draußen und dann zum Auto. Eine halbe Stunde später waren die beiden dann zuhause.

 

Es gab selbstverständlich eine Untersuchung, die auch zu Barry führte. Und so standen zwei Tage später schon, am freien Tag von Herrn Absch, Beamte vor der Tür und klingelten. Das Haus lag hinter Bäumen und Sträuchern versteckt.

     Herr Absch öffnete die Tür.

     „Herr Absch?“ Unsicher sah er die beiden Herren mit ihren schwarzen Anzügen an.

     „Äh, ja, aber wer will das wissen?“ Die Beamten holten aus ihren Jacketts ihre Ausweise und hielten diese unter seine Nase.

     „Wir sind Bundesagenten und arbeiten für den Präsidenten Sackson. Agent Lymp und Agent Grander.“

     „Oh, äh … Dann kommen Sie doch rein.“ Die Bundesagenten gingen an Absch vorbei ins Haus.

     Im Esszimmer nahmen sie Platz und Absch sah die beiden fragend an. Das Haus war hell und einladend eingerichtet. „Womit kann ich Ihnen dienen?“

     „Wir sind wegen Ihres Sohnes hier. Barry McGindly“, sprach Agent Lymp.

     „Barry? Wieso das denn?“

     „Vor zwei Tagen gab es einen enormen Energiestoß und wir konnten den Ausgangspunkt zum ehemaligen Waisenhaus Ihres Sohnes zurückverfolgen. Und nun haben die Menschen uns dort berichtet, dass es so ausgesehen hätte, als hätte sich Ihr Sohn vor deren Augen aufgeladen und dann in einem Energiestoß entladen“, sprach Agent Grander weiter. „Mit solch einer Geschichte würde man in einer Psychiatrie eingewiesen werden, aber wir sind ja zum Glück keine einfachen Bundesagenten. Wir möchten Ihnen ein Empfehlungsschreiben für Ihren Sohn überreichen, welches ihm ermöglicht, ohne Probleme, wenn die Noten stimmen, eine spezielle Ausbildung beim Militär zu erhalten.“

     Sprachlos hörte Absch den beiden bis zum Ende zu und musste das Gehörte erst einmal verarbeiten. Dies dauerte einige Sekunden.

     In dieser Zeit holte Agent Lymp den Brief aus seinem Jackett und legte ihn auf den Tisch. Der Brief war an Barry adressiert.

     „Sie wollen mir weismachen, dass mein Sohn, anstatt Ärger zu bekommen, sogar unterstützt wird?“

     Die Agenten nicken einstimmig. „Genau. – Sehen Sie, Herr Absch. Ihr Sohn ist etwas Besonderes und solche Fähigkeiten, wie er sie hat, haben nur sehr wenige Menschen“, erklärte Agent Grander und holte diesmal aus seinem Jackett einen weiteren Brief, der jedoch auf die Eheleute Absch adressiert war. Absch öffnet den Brief und las ihn durch.

     „Wow, wir … wir erhalten eine Sicherheitsstufe?“

     Agent Lymp nickte. „Korrekt, zumindest die, die nötig ist, damit Sie alles über Ihren Sohn erfahren dürfen, was von Nöten ist.“

     Absch seufzte. „Und lassen Sie mich raten. – Sie entscheiden natürlich, was nötig ist und was nicht.“

     „So läuft das Spiel leider, Herr Absch.“ Die Agenten standen wieder auf und gingen Richtung Haustür. Währenddessen nahm Agent Grander sein Handy kurz in die Hand.

     „Es tut uns leid, Herr Absch, dass wir Sie besuchen, wenn Sie alleine sind, aber wir wollen so wenig wie möglich auffallen. Ihrer Frau können Sie später alles erzählen. Ich gebe Ihnen noch meine Visitenkarte. Falls etwas sein sollte, können Sie mich jederzeit anrufen.“

     „Äh, ja, sicher, das mache ich dann“, sprach Absch und nahm die Visitenkarte entgegen.

     An der Haustür angekommen verabschiedeten sie sich und die Beamten gingen ihres Weges.

     Absch hingegen war verwirrt. Sollte er diesen Männern wirklich trauen? Aber die zwei Briefe sahen so echt und offiziell aus. Würde es etwas bringen, wenn er zur Polizei ging? Wenn sie echte Bundesagenten des Präsidenten waren, würde ihr Sheriff wohl kaum etwas herausfinden können.

     Doch Absch ließ sich nicht davon abbringen. Er zog sich um, nahm die Briefe mit und machte sich auf den Weg zum örtlichen Polizeipräsidium.

     Sein Bitten verlief allerdings im Sande, da der Sheriff mit solch hohen Tieren sich gar nicht erst anlegte, egal, ob echt oder nicht.

     „Bei solchen Kerlen lässt du lieber die Finger davon“, riet der Sheriff Absch und ließ keine weitere Diskussion zu.

 

Barry hatte schon viele Pflegefamilien hinter sich. Er war schon bei netten Familien gewesen, aber auch bei Menschen, die ihn geschlagen hatten, weil sie nicht wussten, was sie sonst mit ihm machen sollten. Jedes Mal war er aufs Neue weggelaufen und davon abhalten, hatte er sich noch nie gelassen. Und doch wechselte er nun von den Abschs kein einziges Mal mehr zu einer anderen Familie. Ins Waisenhaus ging er nur, wenn Absch ihn hinbrachte. Aber wie Jungs eben sind, konnte er sich nie gänzlich unterordnen. Er ließ sich eben von nichts einschüchtern.

     Barry wollte nun mehr über diese Fähigkeiten wissen und schon immer, seit er denken konnte, mehr über seine leibliche Familie herausfinden. Wieso hatten sie ihn nicht behalten? Konnten sie sich ihn finanziell nicht leisten? Was war das für eine Energie, die aus ihm heraus geschossen kam? Hatte er nun Superkräfte? Wenn selbst die Regierung sich für ihn interessierte, musste doch etwas dahinterstecken, oder? War er deswegen vielleicht talentierter als die anderen Kinder? Hatte er deswegen einen solch hohen Intelligenzquotienten, nämlich einhundertzweiunddreißig?

     An sich war Barry nie böse oder wütend auf seine leiblichen Eltern gewesen. Es gab sicher einen triftigen Grund, weshalb sie ihn weggegeben hatten, und diesen wollte er doch einfach nur erfahren. Doch seine Adoptiveltern durften nicht nach dieser Information fragen und er selbst musste warten, bis er einundzwanzig Jahre alt war.

     Vielleicht hatten seine leiblichen Eltern auch das Gesetz zur Geburtenkontrolle verletzt, denn dieses besagt, dass pro Paar nur zwei Kinder maximal zugeordnet werden durften. Ansonsten musste man die überzähligen Kinder abgeben, die in ein Waisenhaus kamen, und wurde bestraft. Wie die Bestrafung aussah, kam darauf an, wie sehr man gegen das Gesetz verstoßen hatte. So gab es zum Beispiel bei einem Kind drüber, nur eine schriftliche Abmahnung. Ab zwei bis vier Kinder schadete es schon dem Ansehen in der Stadt. Die Strafen gingen auch so weit, dass ab einer gewissen Zahl die Paare ins Gefängnis mussten und nichts mehr von ihrer Familie hatten.




Kapitel 2


Barry McGindly schloss mit Bravour sein allgemeines Abitur ab, hatte hier und da die ein oder andere Bekanntschaft, wie das eben in den jungen Jahren so war. Bis er sich im Jahre viertausendachtzehn zu einem fast neunzehnjährigen Mann entwickelt hatte, mit nun zehn Millimeter kurzen Haaren.
     Wie es für ihn vorgesehen war, hatte er sich beim Militär zur Ausbildung zum Monsterjäger beworben und eine Stelle von fünfzig erhalten. Daher stand der junge Barry am heutigen Tage mit seiner Reisetasche und dem Einladungsschreiben vor dem Militärgelände in Canfy, einem Stadtteil von Trex. Eine Bedingung der Ausbildung war, dass man für diese Zeit auf dem Militärgelände eine Hütte zusammen mit ein paar anderen Rekruten teilte.
     Barry war aufgeregt und atmete tief durch. Er sah noch einmal hinter sich zu dem Wagen seines Vaters, der ihn hergebracht hatte. Er sah, wie Absch nickte und seinem Sohn so Mut zusprach. Barry nickte ebenfalls, sah sein Einladungsschreiben kurz an und setzte sich dann in Bewegung. Es war eigentlich nur ein kleiner Schritt, doch für ihn war es ein riesengroßer, denn zum ersten Mal in seinem Leben verlief sein Plan genauso, wie er es sich vorgestellt hatte.

So betrat Barry nun das Gelände und wurde schon von einem fülligen Sicherheitsmann aufgehalten. „Stopp! Was wollen Sie hier?“
     Er hielt dem Sicherheitsmann das Einladungsschreiben hin und sprach: „Guten Morgen, ich bin Barry McGindly. Ich bin hier, um meine Ausbildung anzutreten.“
     Der Sicherheitsmann nahm das Schreiben an sich und besah sich Barry von oben bis unten. „Bleiben Sie hier stehen. Ich werde das nachprüfen.“
     „Sicher“, nickte Barry und sah, wie der Mann in sein Kontrollhäuschen ging, um zu telefonieren.
     Er sah sich auf dem Gelände kurz um. Viel sah man nämlich nicht. Um ihn herum waren noch zwei Gebäude mit jeweils zehn Stockwerken, die auf ihn, trotz seiner durchschnittlichen Größe für einen Menschen, riesig vorkamen. Nochmals atmete Barry tief durch und sah dann wieder zum Sicherheitsmann, der gerade wieder auf ihn zu kam.
     Der Mann reichte ihm seinen Brief zurück und Barry nahm an. „Sie können durch. Es ist das linke Gebäude hier. Einfach geradeaus und dann am Ende links, da ist der Eingang. Viel Glück für die Ausbildung.“
     Barry nickte erneut. „Danke sehr“, sagte er noch freundlich und ging zum linken Gebäude, immer geradeaus, wie der Mann es ihm gesagt hatte.
     Innen angekommen sah er schon die Anmeldung. Viel los war nicht und so ging er auf die zwei Damen hinter dem Tresen zu.
     „Guten Morgen, was kann ich für Sie tun?“, sprach die Rechte der beiden auch schon.
     „Guten Morgen“, fing Barry an und hielt auch ihr sein Schreiben hin. „Ich bin hier, um meine Ausbildung anzufangen.“
     Die recht dünne Dame sah sich die Einladung an und tippte dann seinen Namen in den Tabletcomputer. Die Dame nickte, legte den Brief in ein spezielles Fach und stand dann auf. „Kommen Sie mit, Herr McGindly.“ Er stieß sich leicht vom Tresen ab und folgte ihr.
     Die Frau führte ihn links an der Anmeldung vorbei. Nach einigen Metern sah er schon ein großes Schild an der Wand, welches beide rechts herumschickte. Dann am Ende des Flures blieben die beiden stehen.
     Die Frau gab einen Code zur Öffnung der Tür ein und diese sprang einen Spalt auf. „Wenn Sie fertig umgezogen sind, gehen Sie bitte durch den Personaleingang. Dieser ist extra gekennzeichnet. Melden Sie sich dann bei Colonel Gral Heddel. Ich wünsche Ihnen viel Glück!“ Barry bedankte sich und ging in die Umkleide.
      Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss und er stand nun in einer kleinen Horde Männer, die sich bereits umzogen und ihre Sachen in die Spinde räumten. Barry ging ein paar Schritte nach vorne und sah sich um. Die Spinde waren grün und höher als er selbst. Sie waren je in zwei einzelne abschließbare Fächer unterteilt, sodass zwei Personen einen Spind belegten, und an jeder Spindtür standen die Namen darauf.
     Nach kurzer Zeit hatte er auch seinen schon gefunden. Der Schlüssel steckte und er öffnete ihn. Selbstverständlich war der Spind leer und er begann sich umzuziehen.
     Danach räumte er seine restlichen Sachen noch in den Spind und sperrte ihn ab. Er steckte den Schlüssel in seine kleine Brusttasche und verschloss diese. Barry sah an sich herab und entdeckte, dass auf seiner grün-grauen Trainingsuniform sein Rang und sein Nachname standen.
     Barry verließ die Umkleide durch den Personalausgang, wie die nette Dame es ihm aufgetragen hatte, und stand nun mitten im regen Verkehr. Von verschiedenen Personen wurde er nur herablassend angesehen, andere grüßten ihn nett und hießen ihn beim Vorbeigehen willkommen.
     Er drehte sich noch einmal um, doch die Tür war bereits ins Schloss gefallen. Auf der Tür konnte er ‚Rekruten-Umkleide Herren‘ lesen. Barry seufzte und sprach sich dann leise selbst Mut zu: „Na dann, los geht’s!“

Es dauerte ein paar Minuten, bis er den richtigen Raum gefunden hatte. Hiervon gab es eindeutig zu viele. Doch er kam noch rechtzeitig zur Ansprache von Colonel Gral Heddel, der schon vorne am Schreibtisch saß, hinter diesem ein großes Whiteboard an der Wand, auf dem ‚Willkommen‘ stand. Colonel Heddel war ein stattlich, muskulöser Mann Mitte vierzig mit schwarzen Haaren und braunen Augen. Der Raum war geradeso ausreichend für fünfzig Neulinge. Wie in der Schule saß man hinter den Tischen. Die Meisten hatten schon ihren Sitzplatz gefunden, wobei man sich diesen anscheinend frei aussuchen konnte, denn es gab keine Vermerke.
     Barry ging ein paar Tischreihen nach vorne und beugte sich dann zu dem Jungen, neben dem vermeintlichen freien Platz. „Ist hier noch frei?“
     Der Neuling sah ihn, nickte und zog den Stuhl zurück. „Ja, setz Dich nur.“
     Barry setzte sich und hielt dem Jungen seine Hand hin. „Danke schön. Ich bin Barry McGindly und wie heißt Du?“
     Der Neuling ergriff seine Hand und schüttelte sie etwas. „Ich heiße Hector Frik. Schön Dich kennenzulernen, Barry.“ Er ließ die Hand wieder los und zog sie zurück. Hector war, wie er, durchschnittlich mit braunen Haaren und grünen Augen.
     „Freut mich ebenso. Aufgeregt?“
     Hector lachte etwas. „Oh ja, und wie! Ich konnte letzte Nacht kaum schlafen. Was ist mir Dir?“
     Er grinste. „Auf jeden Fall! Da hätten wir uns ja zusammen die Zeit vertreiben können.“
     Nun drang Colonel Heddels Stimme laut und streng an ihre Ohren und unterbrach ihr Gespräch. „Na schön! Ruhe jetzt und hinsetzen!“ Der Colonel klatschte in die Hände. „Hopp, hopp!“ Die restlichen Neulinge verstummten, setzten sich jedoch nur gemächlich hin. Heddels Stimme war weiterhin streng. „Das muss schneller gehen! Was denkt Ihr, wo Ihr seid? Wir sind hier weder auf einem Basar noch in einem Schulklassenzimmer.“
     Die Neulinge setzten sich nun schneller hin und Heddel begann durch den Raum zu gehen. „Auf dem Schlachtfeld zählt jede Sekunde und je früher Ihr das lernt, desto besser ist es! Andere sind vielleicht der Meinung, dass man Frischlinge langsam heranführen sollte, doch das sehe ich nicht so.“ Heddel machte eine kleine Pause, in der dieser Luft zu nehmen schien. „Eines Tages steht Ihr völlig alleine, auf Euch selbst gestellt, inmitten von gefährlichen Feinden, die Euch sicherlich keine Gnade erweisen. Aber Ihr seid heute den ersten Tag hier. Ihr werdet von Anfang an lernen, dass Ungehorsam und Zeit zu vergeuden keine Optionen sind!“
     „Ihr habt Euch für diese Ausbildung entschieden, was bedeutet, dass Ihr nach erfolgreichem Abschluss einem Team zugeordnet werdet, welches sich bei jeder Mission in Lebensgefahr bringen kann.“ Heddel ging nun wieder Richtung Schreibtisch. „Doch zuvor werdet Ihr einige Disziplinen von mir erlenen. Und ein Regelverstoß werde ich nicht dulden! Mit einem einzigen Verstoß kann ich Euch wieder nach Hause schicken.“ Der Colonel nahm einige Blätter vom Schreibtisch und reichte diese der ersten Reihe. „Verteilen! Jeder bekommt fünf Blätter.“
     Die Frau, die dort saß, nahm sich fünf Blätter und reichte den Stapel weiter. „Die Blätter sind doppelseitig bedruckt. Auf diesen findet Ihr die Regeln. Ich verlange von Euch, dass Ihr diese innerhalb eines Monats auswendig lernt! Und nur weil Ihr vielleicht zu faul seid, um sie zu lernen, schützt Euch das nicht vor den Konsequenzen.“ Ein Murren ging durch die Reihen, doch Heddel schien das zu ignorieren.
     „Und nun, geht der Unterricht erst los! Meinen Unterricht werdet Ihr in keinem Lehrbuch finden.“

Seit der Einführung war eine gute Woche vergangen. Er kam im Haus Nummer zweiundsechzig von einhundert unter und war sogar mit diesem Hector und zwei anderen Neulingen zusammen. Natürlich waren Männer und Frauen getrennt.
     Barry lernte jede freie Minute die Regeln, eine Seite nach der anderen. Er schien das Ganze schon fast in sich aufzusaugen. Von Hector ließ er sich nur selten ablenken.
     Es war die zweite Woche Freitagmorgen, Dienstantritt. Die Neulinge versammelten sich wieder im Lehrraum und setzten sich sofort hin, unterhielten sich nur mit dem nächsten Sitznachbarn. Bis Colonel Heddel den Raum betritt. Es wurde mit einem Mal ruhig und jeder stellte sich ordentlich an seinem Platz hin. Die Strenge von Heddel schien sich schon bemerkbar zu machen.
     Der Colonel stellte seinen Kaffee auf dem Tisch ab und sprach salutierend monoton: „Guten Morgen, Rekruten!“
     Ein salutierendes einvernehmliches „Guten Morgen, Sir“ ging durch die Reihen und sie setzten sich hin.
     „Heute wird kein einfacher Tag werden. Ich weiß, dass das Wochenende naht, doch ich bitte Euch um volle Konzentration und Aufmerksamkeit.“ Heddel ging an das Whiteboard und wischte die Notizen vom Vortag weg. Der Colonel schrieb das Wort ‚Monster‘, bevor dieser den Stift wieder weglegte und sich zu ihnen umdrehte.
     „Viele sagen, dass dieses Thema erst kurz vor dem praktischen Teil behandelt werden sollte, aber ich bin da anderer Meinung. Ihr seid nun schon fast zwei Wochen hier. Ihr kennt die Abläufe und einige von Euch sind fleißig dabei die Regeln zu lernen.“ Heddel ging erneut durch den Raum.
     „Ihr alle wisst, was vor den riesigen Mauern, um unsere Stadt herum, lauert. Keine Vorratslieferung darf ohne militärisches Geleit rein oder raus. Aber das ist nur ein Beispiel. Wenn Euch heute bereits zu viel ist, dann gehört Ihr hier nicht her. Denn ich habe, wie ich anfangs schon sagte, keine Zeit, um diese an jemanden zu verschwenden, der dieser Sache nicht gewachsen ist. Ich werde es niemandem übelnehmen. Es sind nicht alle Menschen für diesen Job geschaffen.“ Der Colonel hatte an seinem Unterarm eine kleine Vorrichtung umgebunden, auf welcher dieser nun ein paar Knöpfe drückte. Eine Projektion erfolgte vorne neben dem Schreibtisch. Diese zeigte eine körperliche Statur wie ein Mensch, beim Kopf jedoch war der Unterschied, dass dieser eine Schnauze anstatt eines Mundes hatte. Das Monster trug zu seiner Verteidigung eine Energiestabwaffe.
     „Die Monster sind nun schon fast seit einem Jahrhundert in unserer Galaxie, Salax. Ihr wisst, dass sie wie menschliche Goblins aussehen, jedoch wissen wir noch immer nicht, was sie genau hier wollen oder woher sie überhaupt kommen. Sie sind brutal und rücksichtslos. Kleine Schwächen konnten wir schon ausmachen, aber der große Durchbruch entgleitet uns bei jedem Aufeinandertreffen.“ Heddel schaltete die Projektion wieder aus und nahm seine Vorrichtung vom Unterarm, um sie hochzuhalten.
     „Weiß jemand, was das ist?“ Heddel sah durch den Raum. Auch Barry zögerte zuerst, aber er entschloss sich, seine Hand zu heben. „McGindly.“
     Barry stand auf und sprach verständlich laut und doch hörte man etwas Unsicherheit heraus: „So weit ich weiß, ist das eine Art Zeitmaschine, Sir!“
     Heddel nickte und Barry setzte sich wieder. „Korrekt! Doch diese kleine nette Erfindung kann Euch nicht nur durch die Zeit schicken. Sie kann einen auch durch den Raum transportieren. Ihr werdet erst im praktischen Teil richtig lernen, wie man damit umgeht, aber damit Ihr versteht, was auf Euch zukommt und dass das kein Spielzeug ist, erkläre ich Euch heute ein, zwei Dinge. Am Ende des heutigen Unterrichts kann jeder von Euch zumindest durch die Zeit reisen.“ Heddel band sich die Zeitmaschine wieder um den Unterarm. „Sie scannt den Körper innerhalb weniger Sekunden und versetzt den Körper in der Zeit. Wenn Ihr durch den Raum reist, wird es interessant. Dann entmaterialisiert die Zeitmaschine Euren Körper und setzt ihn am Zielort Stück für Stück wieder zusammen. Das ist bei den ersten, … sagen wir, fünf Mal ein seltsames Gefühl, aber man gewöhnt sich daran. Aber seht Euch vor. Bei Missbrauch übernimmt das Militär keine Haftung!“

Nach der Mittagspause war es dann so weit.
     „Na gut. Wir gehen reihum und jeder darf die Zeitmaschine einmal anziehen und zehn Sekunden in die Vergangenheit reisen. Ich werde es heute bei jedem überprüfen, aber in Zukunft müsst Ihr selbst darauf achten, dass die Zeitmaschine nicht zu locker sitzt und richtig eingestellt ist. Wenn Ihr sie verliert, kommt Ihr vorerst nicht nach Hause und Ihr habt keine Möglichkeit, uns in der aktuellen Zeitlinie zu kontaktieren.“
     Nach einigen Neulingen, bei denen es so leicht ausgesehen hatte, war nun auch Barry dran. Er stand auf und ging zu Heddel nach vorne. Etwas mulmig war ihm schon zumute. Er zog die Zeitmaschine so fest er konnte, ohne dass es schmerzte, und stellte sie auf zehn Sekunden. – Dachte er.
     Der Colonel überprüfte alles und sah Barry verärgert an. Er gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf. Barry war entrüstet: „Hey, was-?“ Doch er wurde unterbrochen.
     „Wenn ich es nicht überprüft hätte, wären Sie jetzt zehn Jahre in die Vergangenheit gereist!“ Nun wandte Heddel sich auch an die anderen. „Schreibt Euch das hinter die Ohren! Denkt nicht einmal daran, in der Vergangenheit irgendwas ändern zu wollen! Achten Sie ganz genau darauf, dass Sie die Maschine immer korrekt eingestellt haben. Wenn Sie verloren gehen, weiß niemand, wo Sie sind. Niemand kann die Information abrufen, wohin Sie gereist sind und wenn Sie dort in Gefahr geraten oder die Zeitmaschine verlieren, wird Sie niemand retten können!“
     „Verstanden, Sir!“, kam von allen und Heddel nickte.
     Unter Heddels erneuter Kontrolle stellte Barry die Zeit nun richtig ein und sah ihn noch einmal fragend an. Der Colonel nickte und er drückte auf dem Display auf ‚Bestätigen‘.

Es dauerte circa zwei Sekunden und dann sah Barry, wie sich alles rückwärts zu bewegen schien und er sah, wie auf der Zeitmaschine die Sekunden abliefen.
     Als die Zeit dann wieder normal vorwärtslief, spürte er erneut den Klaps am Hinterkopf von Heddel und hörte erneut dem Vortrag zu. Er sah sich sprachlos um und war überwältig, dass dies wirklich möglich war.
     „Zehn Sekunden scheinen nicht viel zu sein, aber es reicht, um zu begreifen, dass die Welt kein Spielplatz ist. – Der Nächste!“ Anscheinend hatte Heddel an Barrys Gesichtsausdruck ausgemacht, dass er den kleinen Zeitsprung hinter sich hatte. Barry zog die Zeitmaschine wieder aus und übergab sie Hector, der als nächstes dran war.
     Barry setzte sich auf seinen Platz und dachte über das gerade Erlebte nach.


Die Theorie war für Barry kein Problem. Die Tests sowie die Zwischenprüfung bestand er ohne Schwierigkeiten. Doch circa die Hälfte der Neulinge fiel durch und so waren sie nur noch siebenundzwanzig. Für das nächste Halbjahr mussten sie Zivildienst tun. Kantinendienst, Aushilfe in sozialen Einrichtungen, wenn nur Mal eine Hand zu wenig da war und vieles mehr.
     So hatte er sich an einem Wochenende mal wieder mit seinen alten Freunden Net und Hili verabredet. Er hatte die beiden schon lange nicht mehr gesehen und der Zivildienst ließ ihm ein paar Freiheiten.
     Sie trafen sich am Nachmittag in einem kleinen Café. Draußen hatte das Café ein paar Tische mit Stühlen stehen und eine Nachricht des Tages. Barry saß drinnen schon an einem Vierertisch und wartete auf seine Freunde. Es gab nur ein paar Tische und man konnte die kleine Küche gut sehen.
     Immer wieder spielte er sich im Kopf die kleine Zeitreise in Heddels Unterricht ab und dachte darüber nach. Die Zeit, so in der Hand zu haben, war ein seltsames Gefühl. Er dachte immer, dass man die Zeit nicht beeinflussen könnte. Sicher, er hatte schon daran gedacht, zurückzureisen und einiges gerade zu biegen, doch Heddels Warnung war deutlich. Wer weiß vielleicht würde er dann gar nicht beim Militär landen. Sie hatten gelernt, dass man sich im schlimmsten Fall sogar selbst auslöschen könnte.
     „Barry! Barry!“, hörte er und hob seinen Kopf. Am Eingang des Cafés standen seine beiden Freunde Net und Hili und hielten Ausschau nach ihm, da die Tischgruppen so hochgebaut waren.
     „Hier!“, rief er und die beiden kamen auf ihn zu. Er stand auf und umarmte die beiden nacheinander, bevor sie sich gemeinsam an den Tisch setzten.
     „Erzählt“, forderte Barry. „Wie ist es euch ergangen?“
     Die beiden grinsten. „Stell dir vor, ich arbeite jetzt für die Zeitung ‚Das Morgen ist Heute‘!“, sprach Net.
     „Meine Ausbildung zur Krankenschwester läuft richtig gut. Aber was ist mit dir, Barry?“
     Er winkte ab. „Militär ist überhaupt kein Problem, aber ich glaube, das Schwierigste kommt erst noch. Bis jetzt haben wir noch so gut wie keine Praxiserfahrung gemacht.“
     „Das kommt sicher noch“, versicherte Hili ihm. „Bei solch einem Beruf ist es doch wichtig zu wissen, wie man sich in welcher Situation verhalten soll.“
     Barry nickte. „Bestimmt. – Aber ich freue mich, dass es bei euch auch so gut läuft!“
     „Na ja, der Anfang war schon nicht einfach. Wenn man in meinem Beruf keinen gesunden Magen hat, landet man schon des Öfteren über der Kloschüssel.“ Sie lachten kurz.
     „Ist wirklich so! Manche Patienten haben so schlimme äußerliche Verletzungen, da wird es dir schon mulmig.“
     „Das glaube ich dir aufs Wort. Wir hatten im Unterricht auch schon ein paar Bilder, da grauts dir eigentlich die Ausbildung weiterzumachen, aber da muss man durch und mit leben.“ Hili nickte.
     „Gut, dass mein Job nicht solch eklige Sachen beinhaltet“, verzog Net das Gesicht und sie lachten erneut.
     „Ja, das wäre wohl wirklich nichts für dich“, grinste Barry. „Es ist echt schön, euch wiederzusehen.“
     „Und sonst, hast du eine Freundin oder einen Freund, Barry?“, wollte Net nach einiger Zeit grinsend wissen.
     Er lachte leicht. „Oh je, nein. Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Ausbildung. Was ist mit euch?“
     Hili schüttelte verlegen den Kopf. „Nein, Krankenschwester zu werden, nimmt einen voll ein.“ Sie nickten verstehend.
     Dann zögerte Net kurz, nickte aber dann. „Echt jetzt? Und du sagst mir nichts?“, rief Hili aus und ein paar Leute drehten sich zu ihnen um.
     „Nicht so laut, Hili. Das muss ja nicht gleich jeder wissen“, sprach Net nun auch verlegen.
     „Wer ist denn die Gute?“, verlangte Barry nun zu wissen.
     „Na ja, … sie arbeitet für die Zeitung, aber in einer anderen Abteilung. Sie heißt Becha und ist ein Jahr älter als ich, aber das stört uns nicht.“
     „Du lässt wie immer nichts anbrennen!“, kam von Hili.
     So verging die Zeit wie im Flug und ohne es zu merken, war es schon fast Zeit für das Abendessen in der Kantine.
     „So ihr zwei. Ich muss jetzt los, sonst komm ich zu spät zu meiner Kantinenschicht.“
     „Klar. Kein Problem.“
     Barry hielt sein linkes Handgelenk über ihre Tischnummer und wartete, bis er ein Piepgeräusch hörte, er hatte seine Rechnung bezahlt. Diese würde nun automatisch von seinem Bankkonto abgezogen.
     Dann standen die drei auf und verabschiedeten sich. Seine Freunde setzten sich jedoch wieder und er ging zurück zur Basis.

So verging auch das zweite halbe Jahr. Es gab erneut eine Zwischenprüfung über Soziales und so hatte er das erste von zwei Ausbildungsjahren geschafft. Doch auch hier gab es ein paar, die durchgefallen waren. Damit waren sie noch zweiundzwanzig.
     Doch eine lange Pause oder Ferien gab es nicht, denn nun war es so weit den praktischen Teil der Ausbildung zu beginnen, der wieder von Colonel Heddel betreut wurde.
     Heute waren sie auf einem Übungsplatz mit Trainingspuppen und Heddel ergriff das Wort.
     „Ich weiß, dass das hier wie alte Schule aussieht, aber um die Grundprinzipien zu erlernen, reicht es immer noch. Bei mir werdet Ihr von hinten nach vorne lernen! Erst Nahkampf, dann Fernkampf und zuletzt Energiewaffen. In dieser Reihenfolge lernt Ihr auch die jeweiligen Waffen kennen. Ihr werdet bestimmt erkennen, welche Waffe Euch am besten liegt. Mit welcher Waffe Ihr am besten umgehen könnt. Doch während der Ausbildung dürft Ihr Euch auf keine Waffe festlegen! Egal wie schwer Euch der Umgang mit den anderen Waffen fallen sollte, am Ende verlange ich, dass Ihr mit jeder Waffe gleich gut umgehen könnt!“
     „Jawohl, Sir!“ Der Colonel nickte und fing mit einer handlichen Waffe an, dem Dolch. Er überreichte jedem einen und hielt am Ende selbst noch einen in der Hand.
     „Wie wir aus dem ersten Halbjahr wissen, ist der Dolch eine Nahkampfwaffe, die vielleicht winzig und recht lustig aussieht, aber dennoch zu schweren Verletzungen führen kann.“
     „Jeder von Euch stellt sich nun vor eine Trainingspuppe und macht genau das nach, was ich vormache. Das mag lustig aussehen, aber es sind wichtige Grundbewegungen!“
     Die Neulinge und auch Barry nickten einvernehmlich und jeder suchte sich nun eine Trainingspuppe. Heddel fing nun an verschiedene Bewegungen mit ihnen durchzugehen. Direkt frontal in den Bauch oder ins Herz.
     „Ducken!“, schrie Heddel plötzlich und mit einem Ruck war einer nach dem anderen auf dem Boden. Der Colonel ging an jedem vorbei. „Tot. Tot. Tot. …“
     Vierzehn von zweiundzwanzig, beschloss Heddel, darunter auch Barry, wären in einer echten Schlacht nun tot.
     „Ihr müsst schneller werden. Eine Sekunde kann auf dem Schlachtfeld zwischen Leben und Tod entscheiden!“

So nahm Heddel jeden Tag ein bis zwei Nahkampfwaffen durch. Bis auch an einem Tag Schwerter an der Reihe waren. Bisher hatte Barry die Waffen recht gut unter Kontrolle, sodass es Heddel genügte, doch bei den Schwertern wollte es einfach nicht! Jede Minute, die verging, ärgerte sich Barry mehr und verfiel schon fast der Verzweiflung. Er konnte es nicht verhindern, dass, egal welche Hand er benutzte, diese zittrig war und das konnte er nun wirklich nicht gebrauchen.
     „McGindly! Was soll das? Was ist los mit Ihnen? Die anderen Waffen hatten Sie doch gut unter Kontrolle? Ihre Mitschüler sind gut dabei, aber bei Ihnen sehe ich zu heute Morgen überhaupt keinen Fortschritt“, ärgerte sich Heddel.
     „Ich weiß auch nicht, Sir. Ich habe das Gefühl, dass ein Schwert wohl nicht meine Waffe wird. Sie sind sehr schwer und unhandlich.“
     Heddel seufzte verärgert. „Wenn Sie die anderen Waffen auch so gut kontrollieren wie die vorherigen, werden Sie jeweils nach der Mittagspause mit einem Schwert üben, bis Sie es beherrschen!“
     „Wie Jopfl mit dem Stab, Sir?“ Jopfl war ein anderer Neuling, der Schwierigkeiten mit dem Stab hatte.
     „Korrekt!“
     „Verstanden, Sir!“
     So übte Barry nachmittags immer mit Schwertern, auch als sie bereits über die Fernkampfwaffen zu den Energiewaffen übergegangen waren. Er hatte mit keiner anderen Waffe solche Probleme wie mit den Schwertern. Er konnte es sich einfach erklären. Das Zittern wollte einfach nicht aufhören, obwohl sich Barry sicher war, dass seine Hände und Arme doch endlich an das Gewicht gewöhnt sein sollten. Besonders da es Waffen gab, die deutlich schwerer waren, zum Beispiel die Energiewaffen.
     Colonel Heddel baute sich eines Tages vor ihm auf und sah ihn wütend an. „McGindly!“ Wütend war noch untertrieben. Die Stimme bebte nur so.
     „Ja, Sir?“, sagte Barry kleinlaut.
     „Ich muss Ihnen mitteilen, dass ich Sie leider aus der Ausbildung entlassen muss, wenn Sie nicht lernen, mit den Schwertern umzugehen! Ich gebe Ihnen noch drei Wochen Zeit.“
     „Jawohl, Sir!“ Barry salutierte und Heddel nickte.
     Er atmete tief durch. Wie sollte er das nur schaffen?
     So kam es, dass Barry fast Tag und Nacht mit den Schwertern trainierte, um den Anforderungen gerecht zu werden. Immer wieder führte er die Bewegungen durch, schrie sich selbst an, um in Deckung zu gehen, so schnell er konnte. Wenn er jemanden finden konnte, der gerade Zeit hatte, übte er, sooft er konnte mit Lebendigen und doch war keine Besserung in Sicht.
     Barry verzweifelte. Er wollte die Ausbildung auf keinen Fall abbrechen, nur weil er mit einer Waffenart nicht klarkam!
     Bis er dann an einem Tag vor lauter Frust die Trainingsschwerter mit einem lauten Schrei in die nächste Ecke der Sporthalle schmiss.
     Hector, mit dem er gerade trainiert hatte, legte das Schwert in der Hand weg und kam auf Barry zu. Er schlug immer wieder mit den Fäusten an die nächstbeste Wand und wusste nicht mehr weiter. Barry begann sogar an sich selbst zu zweifeln. „Was ist es nur, Hector? Wieso schaffe ich das einfach nicht?“, fragte er, als er merkte, dass Hector an ihn herangetreten war.
     „Barry, ich … ich weiß es auch nicht.“
     „Colonel Heddel hat mir schon unzählige Tipps gegeben. Ich war doch sogar schon bei anderen Ausbildern und habe um Rat gefragt. Hat der Colonel vielleicht Recht?“
     Hector schüttelte den Kopf und griff zu Barrys Händen, damit er aufhörte, gegen die Wand zu schlagen. „Nein! Lass dich nicht entmutigen, Barry. Heddel mag gesagt haben, dass du vielleicht doch nicht zum Militär gehörst, aber ich glaube nicht, dass er das ernst gemeint hat. Du hast noch eine Woche Zeit. Das schaffst du schon. Du übst in jeder freien Minute. Noch niemand vor dir hat sich so ins Zeug gelegt, um beim Militär bleiben zu können. – Vielleicht solltest du einfach durchatmen und eine Pause machen. Abstand tut auch mal gut. Sicher bist du einfach nur überanstrengt.“
     Es dauerte einen kurzen Moment, bevor Barry den Kopf schüttelte und sich losriss. Er hob die Schwerter wieder auf. „Nein. Wenn ich jetzt aufhöre, kommt das Aufgeben gleich und ich werde nicht aufgeben! Niemals!“ Er übte weiter und ließ keine Widerworte zu.
     Hector hingegen räumte seufzend seine Schwerter weg und verließ die Sporthalle, da er noch etwas zu erledigen hatte.

So vergingen weitere vier Tage ohne irgendwelche Fortschritte. Barry hatte nur noch drei Tage, um sein Problem zu lösen.
     Und dann passierte es.
     Er wusste nicht, was passiert war, aber plötzlich konnte er das Schwert in seiner Hand ohne Probleme führen. Es blitzte auf und ein roter Schleier legte sich um sein Trainingsschwert.
     Erschrocken ließ er es fallen und sah auf seine Hände. Der Schleier war verschwunden und er sah sich um. Hatte es jemand gesehen?
     „Endlich“, hörte er die Stimme von Colonel Heddel. „Sie bleiben weiterhin in der Ausbildung.“
     Verwundert drehte Barry sich zu diesem um. „Was? Wie meinen Sie das ‚Endlich‘?“
     „Sie wissen es nicht?“
     „Was weiß ich nicht?“
     „Mitkommen!“
     Schnell räumte Barry die Schwerter weg und verließ mit Heddel die Sporthalle. Er ging mit dem Colonel zur Ehrungsvitrine und zeigte auf die bedeutendste Ehrung. Auf dieser stand der Name ‚Fron Medon‘.
     „Colonel? Was wollen Sie mir damit sagen?“
     Heddel legte eine Hand auf Barrys Schulter und drückte ihn zur Sitzbank direkt neben der Vitrine. Sie setzten sich.
     „Es tut mir leid, wenn das jetzt alles so plötzlich kommt, aber ich dachte, Sie wüssten es. Fron Medon ist Ihr leiblicher Vater.“
     „Was?“ Sprachlos sah er Heddel an und wusste nicht, was er nun denken sollte.
     „Hören Sie mir zu, McGindly – Medon. Der Großteil der Menschen erlernt nur die normale Waffenkunst, es gibt nur wenige wie Sie, die die alte Magie beherrschen.“
     „Magie?“
     Heddel nickte. „Ja, Magie. Jeder dieser besonderen Menschen hat allerdings eine andere Farbe und Ihre Farbe ist rot.“
     Auf einmal schien Barry ein Licht aufzugehen. „Deswegen waren damals Agenten bei uns zuhause! Deswegen habe ich ein Empfehlungsschreiben direkt vom Präsidenten erhalten!“
     „Richtig. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich es Ihnen genauso schwer gemacht habe wie den anderen auch. Sie haben keine Sonderhandlung erfahren.“
     „Na das ist ja beruhigend“, sprach Barry ironisch.
     Heddel störte sich aber nicht weiter daran und erzählte weiter. „Jeder Overhunter, so nennen wir das, hat andere Fähigkeiten. Wenn Sie nur einen Hauch nach Ihrem Vater kommen, übersteigen Ihre Fähigkeiten als Overhunter, alles was wir über diese Magie wissen.“
     „So stark?“
     Heddel nickte. Barry sah kurz nachdenklich aus. „Aber das ist doch Wahnsinn! Erst hatte ich solche Probleme und nun soll ich etwas Besonderes sein?“
     „Ich weiß, das ist schwer zu verstehen und zu glauben, aber ich versichere Ihnen, dass es wahr ist. Es gibt eine einzige Akte von Ihrem Vater, die nicht versiegelt wurde, als er starb, um uns alle zu retten. Sie ist im Archiv, Sie können sie einsehen und lesen, wenn Sie mir nicht glauben.“
     „Er ist tot?“
     „Ja, leider, aber Ihr Vater ist für sein Land und für seine Freunde gestorben, um sie zu beschützen, allem voran jedoch, um Sie zu schützen. Er hat dauernd von Ihnen und Ihrer Mutter gesprochen.“ Der Colonel lachte etwas und schien in Erinnerungen zu schwelgen.
     Einerseits erklärte diese Geschichte vieles, auch wie es zu dem Energiestoß in seiner Kindheit kommen konnte, doch er war sich nicht sicher, ob er das alles einfach so glauben konnte, und so nahm er sich vor, bei der nächsten Gelegenheit mal dem Archiv einen Besuch abzustatten.
     „Aber wieso hatte es jetzt so lange gedauert, bis diese Fähigkeiten zum Vorschein kamen? Und wieso hatte ich solche Schwierigkeiten mit den Schwertern?“, wollte Barry dann noch wissen.
     „Ihre Fähigkeiten waren zu lange unbenutzt und Ihr Verstand, Ihr Geist und Ihr Körper hatten diese Fähigkeiten schon fast vergessen. Sicher, Sie hatten diesen kleinen Zwischenfall, als Sie noch ein Kind waren, aber so etwas ist trotz unbenutzter Kräfte nicht verwunderlich. Irgendwann staut sich diese Kraft an, besonders wenn Sie sehr wütend sind. Wenn Sie dann Ihre Kräfte nicht unter Kontrolle haben, entlädt sich Ihre Magie in einem Energiestoß.“
     Kurz war es still.
     „Und die Schwerter … Na ja, die Schwerter waren die Leidenschaft Ihres Vaters und wenn die Magie auch nur einen Teil Ihres Vaters enthält, wollte sich Ihr Körper gegen diesen Wachruf Ihrer Kräfte wehren.“
     „Wahnsinn“, war das Einzige, was Barry dazu einfiel.
     „Das kann ich verstehen. Ihr Vater war der stärkste und erfolgreichste Overhunter unter den Monsterjägern, den die Welt je gesehen hatte.“

Ein paar Tage trainierte Barry noch weiter, um den Schleier immer wieder hervorzurufen. Was er mit dieser Magie wohl anstellen könnte? Es war schwierig, zu verarbeiten und zu glauben, dass Fron Medon sein leiblicher Vater war, doch er war, schon seit er denken konnte, auf der Suche nach der Wahrheit, auf der Suche nach einem Hinweis und jetzt schien er einen Schritt weitergekommen zu sein. Endlich.

An einem Wochenende entschied sich Barry, dann ins Archiv zu gehen. Dort trug er sich in die Besucherliste ein und suchte nach der entsprechenden Akte. Der Colonel hatte ihm bei ihrem Gespräch noch die Aktennummer verraten, denn im Archiv war alles nach diesen Nummern sortiert.
     Die Akte gefunden zog er sie aus der Reihe und setzte sich an den freien Tisch am Raumende. Es kam nur selten jemand ins Archiv, daher reichte ein Tisch völlig aus.
     Er schlug die Akte auf und das Erste, was er sah, war ein Bild von seinem Vater. Barry wusste jetzt schon eindeutig, von wem er sein Aussehen geerbt hatte. Es kam ihm fast so vor, als würde er in einen Spiegel sehen, der ihm zeigte, wie er in der Zukunft aussehen würde. Er legte das Bild zur Seite und fing an, den Bericht zu lesen.
     In diesem Bericht ging es um die letzte Mission, die sein Vater unternommen hatte.
     Das Team seines Vaters sollte wichtige Informationen nach Trex bringen. Informationen, die so wichtig waren, dass sie alle Overhunters gleichzeitig losschickten, vier.
     Zuerst war alles in Ordnung. Sie konnten die Informationen sicherstellen und aus der Basis der Gegner fliehen, doch diese hatten sie unerwartet schnell wieder eingeholt, sodass das Team um sein Leben kämpfen musste.
     Plötzlich waren sie von zahlreichen Monstern umzingelt, die sie nicht lange nur zu viert in Schach halten konnten. Doch um zu verhindern, dass die Monster ihnen in die Stadt folgten, entschloss sich sein Vater dazu, die anderen vorzuschicken. Sein Vater wandte die stärkste Fähigkeit an, die man erlernen konnte. Aber er beherrschte die Fähigkeit nicht perfekt und die anderen waren zu dieser Fähigkeit gar nicht im Stande. Jedoch ging sein Vater das Risiko ein und es gab eine größere rote Explosion, die die Monster um ihn herum besiegten. Trotzdem hatte man weder von dem Team noch von seinem Vater je wieder etwas gehört. Als man einen Suchtrupp losschickte, standen diese in einem Massengrab und zwischen den Monstern die Overhunters.
     Man ging davon aus, dass sein Vater die Explosionsfähigkeit zur Verteidigung eingesetzt hatte, jedoch die Kontrolle darüber verlor und ohne es zu wollen sich selbst und alle in einem größeren Radius getötet hatte.
     Dieser Bericht entstand aufgrund diverser Beweise, die an der Unfallstelle gefunden wurden.

Barry ließ sich das Alles durch den Kopf gehen und war ein paar Tage durch den Wind. Doch die Ausbildung verlief wieder nach Plan und er trainierte trotzdem noch intensiver wie zuvor, um die neugewonnenen Kräfte zu fördern und korrekt zu erlernen. Sicher machten ihm die Fähigkeiten auch Angst, aber unnötig einen Kopf machen, wollte er sich auch nicht.